Kirchenmalerei im Spiegel von Entwürfen von Heinrich Repke (1877-1962)
 
Die neue Sonderausstellung im Wiedenbrücker Schule Museum zeigt aus einer Privatsammlung großformatige Kohlezeichnungen und farbigen Kirchenmalereientwürfe die bisher selten zu sehen waren.
Damit knüpft die Sonderausstellung an die selten gezeigten und selten erhaltenen Entwürfe für Kirchenmalereien in der Zeit der Wiedenbrücker Schule.
Von 1891 bis 1895 absolvierte der in Werne an der Lippe geborene Heinrich Repke (1877 – 1962) eine Lehre als Dekorationsmaler im Atelier des Wiedenbrücker Malers Georg Goldkuhle. Bis 1899 schloss sich eine Ausbildung als Bildnismaler an. Danach studierte er an der Düsseldorfer Kunstakademie. 1900 kehrte er nach Wiedenbrück zurück, um die Werkstatt des plötzlich verstorbenen Georg Goldkuhles weiterzuführen.
1907 baute Heinrich Repke das bekannte Künstlerhaus an der Hauptstraße 24 und eröffnete dort ein eigenes Atelier für Kirchenmalerei. Zeitweilig beschäftigte er bis zu 25 Mitarbeiter. Nach dem Ersten Weltkrieg führte Repke die Traditionen der „Wiedenbrücker Schule“ fort und wurde in den zwanziger Jahren der wohl bedeutendste Kirchenmaler in Westfalen.
Durch seine naturalistische Malweise erreichte Repke in seinen Altar- und Kreuzwegbildern eine ganz besondere, gefühlvolle Nähe zu den heiligen Personen. Seine Kirchenausmalungen, die in den 1920er und 1930er Jahren entstanden sind, stellen einen Tätigkeitsschwerpunkt dar. Nach seinen Entwürfen sind zahlreiche Kirchen dekorativ und figürlich gestaltet worden. Unter anderem die St. Pankratiuskirche in Gütersloh (heute zerstört).
Die Ausstellung ist bis zum 1.2. Februar 2020 in den Öffnungszeiten zu sehen.