Die neue Sonderausstellung „Vom Kirchenschiff zur Lärmschutzwand“ wird am Donnerstag, den 27.09.2018 um 19 Uhr im Stadt- und Kunstmuseum Wiedenbrücker Schule eröffnet.

Die Künstler und Werkstätten der Wiedenbrücker Schule richteten seit 1854 Kirchen ein. Dafür war die Zusammenarbeit mit Baufirmen eine wichtige Basis – da traf es sich gut, dass eines der wichtigen Kirchen-Bauunternehmen in Westfalen ebenfalls aus Wiedenbrück kam.

Die Ausstellung zeigt dessen Geschichte, die bereits weit vor der Wiedenbrücker Schule begann, an vielen Stellen in der Stadt Rheda-Wiedenbrück und deren Umgebung sichtbar ist und bis heute in Betrieben mit oft bundesweiter Bekanntheit weitergeführt wird.

Wie alles begann

Gegründet wird die Baufirma Eustermann im Jahre 1788. 1847 erhält Eustermann den Auftrag zum planmäßigen Ab- und Wiederaufbau des St. Aegidius Kirchturmes in Wiedenbrück. Damit beginnt die Kirchenbau-Tätigkeit von Eustermann.

Über 30 Kirchen wurden von Eustermann meist in Westfalen errichtet. Oft wurden diese mit Kunst und Kircheneinrichtungen der Wiedenbrücker Schule bestückt.

Das Bauunternehmen war im 20. Jahrhundert zunehmend im Bereich der Industrie- und Verwaltungsarchitektur erfolgreich tätig. Dazu wurden an mehreren Standorten Steine, Betonteile, Röhren usw. gefertigt. Ein Fuhrpark und eine Bauschreinerei rundeten die Unternehmung ab.

Seit 1958 wurden Betonteile für Großbauten unter dem Markennamen EuDur hergestellt und bekannt, einer Wortmarke aus dem Namen Eu(stermann)und Dur, dem lateinischen Wort für hart. Die EuDur Bau wurde 1977 gegründet.

Aus Eustermann wird 1988 EuDur GmbH und Peterburs Autokrane – Transporte expandiert

Sechs Generationen und genau 200 Jahre lang führen Eustermann-Familienmitglieder als Unternehmer den wachsenden Bau-Betrieb. Ab 1988 wird das Unternehmen Eustermann von der Eigentümerfamilie in neue Hände gelegt.

Die verschiedenen Bereiche und Betriebsstätten wurden an befreundete, bereits mit den Unternehmen verbundene Familien und eingeführte Kooperationspartner weitergegeben. So wurde das 1955 von Georg Peterburs gegründet Fuhrunternehmen, das bisher vielfältig mit Eustermann verbunden war Eigentümer von EuDur und erweiterte das Geschäft von Peterburs Autokrane – Transporte.

Die Ausstellung widmet sich der Nachfolgefirma EuDur GmbH und Peterburs Autokrane – Transporte und zeigt deren Weiterentwicklung zwischen 1988 und 2018. Dies in erster Linie, weil die Familie Peterburs beide Firmen bis heute führt. Die Darstellung des dritten Hauptzweiges ab 1988, des Betonwerkes Lintel, würde den Rahmen dieser Museumsausstellung sprengen.

230 Jahre Baugeschichte – vor Ort sichtbar

Mit der Gründung 1788 und dem Firmenübergang 1988 kann die EuDur GmbH auf eine 30jährige und durch die Kontinuität im Baugewerbe auf eine 230jährige Geschichte zurückblicken. Eine solch lange Kontinuität ist selten. Schon deshalb hat „Eustermann“ das Gesicht der Stadt Rheda-Wiedenbrück und vieler anderer Orte in Architektur und Kunst nachhaltig geprägt. Die Ausstellung zeigt anhand von ca. 50 Fotografien und Objekten diese Entwicklung.

Danksagung:

Diese Ausstellung des Museums Wiedenbrücker Schule wurde nur möglich durch die freundliche Förderung und die Öffnung des Firmenarchivs der Familien Peterburs und Rottkemper.

Herrn Josef Eustermann gebührt ebenfalls Dank für seine freundliche Unterstützung.

Wir bedanken uns bei allen, die mit Rat und Tat zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben