Schätze des Museums

Ein ganz besonderes Museum erwartet Sie im Herzen Westfalens, am Rande der Wiedenbrücker Altstadt. Nur an diesem Ort in Deutschland werden Sie in die Zeit des Kunsthandwerks des Historismus zurückversetzt. 

Das Werkzeug, welches unser Museum benutzt, um Sie das historistische Kunsthandwerk erleben zu lassen, ist die Wiedenbrücker Schule. Diese Handwerksschule umfasst mehr als 25 Wiedenbrücker Werkstätten im 19. und frühen 20. Jahrhundert, die ihre weltweit beliebten Kunsthandwerksstücke im Westen bis Amerika, im Osten bis Japan und im Süden bis Afrika in die weite Welt hinaus verkauften. 

Erleben Sie in den alten Mauern einer bekannten ehemaligen Kunsthandwerkstatt, erbaut 1905 im historistischen Stil, wie Historismus-Weltgeschichte mit deutscher Handwerksgeschichte verwoben wird. Erfahren Sie die Berührungspunkte westfälischer Regionalgeschichte und Wiedenbrücker Stadtgeschichte. Erkennen Sie die Verflechtungen eines kleinen westfälischen Städtchens und der großen weiten Welt, hergestellt durch außerordentlich hochwertiges und international geschätztes historistisches Kunsthandwerk. In mehreren Episoden werden Sie durch Hochzeiten der Historismus- und Regionalgeschichte geführt. 

Das große Ganze ist uns wichtiger als eine langatmige Nacherzählung vergangener Tage. Kommen Sie zu uns und erleben Sie Geschichte!

Schätze des Museums

Das Wiedenbrücker Schule Museum beherbergt unzählige handwerkliche und künstlerische Meisterstücke aus der Zeit des Historismus sowie historische Reliquien aus vielen Jahrhunderten gesammelter Geschichte. Drei Stücke, die zu den wertvollsten Schätzen unserer Sammlung zählen, stellen wir Ihnen hier vor:

Die Werkstatt Mormann gehörte zu den erfolgreichsten Produktionsstätten historistischen kirchlichen Kunsthandwerks. Ein eng gewobenes Kundennetzwerk und Expertisen nicht nur im Erstellen neuer Werke, sondern ebenfalls in der Restauration sowie die regelmäßige Vergabe von Teilarbeiten an andere Werkstätten bedingten den Erfolg des Hauses Mormann. Die Werkstatt wurde von Anton Mormann 1882 gegründet. Sein zweiter Sohn Julius führte die Arbeit des Vaters nach dessen Ausscheiden sehr erfolgreich bis weit nach Ende des zweiten Weltkriegs fort. Altarreliefs waren eine Spezialität des Hauses Mormann, wie dieses Glanzstück unserer Ausstellung verdeutlicht. Das hervorragend erhaltende und detailliert gearbeitete neu-gotische Relief aus dem Jahr 1890 zeigt die Taufe Christi.

Heinrich Repke war ein begnadeter Maler. Seine zeitlosen Werke können heute noch an zahlreichen Orten bestaunt werden. Kirchliche und weltliche Bilder aus seiner Hand erhielten Auszeichnungen, Preise und sind in ausgewogener Zahl erhalten. Repkes Werke gelangten in alle Ecken der Welt, etwa in die USA, nach Brasilien, aber auch weite Teile Europas und sogar nach China. Das Museum stellt eine Reihe seiner attraktivsten Werke aus. Die beeindruckende „Grablegung Christi“ wird Sie ebenso beeindrucken Wie Repkes Stillleben. Sohn und Maler Willi Repke galt als letzter Vertreter der Wiedenbrücker Schule. Unser Haus bietet Ihnen auch eine Auswahl seiner Malereien. Er war stets ein gern gesehener Gast im Museum, ehe er 2009 98-jährig verstarb. 

In einer 952 in Dornburg ausgestellten Urkunde verlieh der deutsche König Otto I. Erzbischof Drogo von Osnabrück das Markt-, Münz- und Zollrecht zu Wiedenbrück. Diese Urkunde ist eines der wichtigsten Schriftstücke der Stadtgeschichte und wird gemeinhin als Dokument der Stadtgründung Wiedenbrücks betrachtet. Das 952 ausgestellte Diplom Ottos I. ist jedoch gleichzeitig eines der kontroversesten Dokumente der Wiedenbrücker Geschichte. Seine historische und emotionale Bedeutung für das Städtchen an der Ems führte im Jahr 2002 im Zuge der 1.050-Jahrfeier Wiedenbrücks zu einem handfesten Skandal: Historische Nachforschungen hatten weitreichende Zweifel an der Echtheit der Urkunde aufkommen lassen, wie es sie für viele Osnabrücker Urkunden des Hochmittelalters gibt. Heute noch ist die Urkunde von 952 Mittelpunkt vieler hitziger Debatten, auch weil Fälschungsspuren mittlerweile eindeutig belegt worden sind. Machen Sie sich selbst ein Bild und fragen Sie uns nach den spannenden Hintergründen!